JENNIFFER KAE

☁️ Es ist bemerkenswert wie viele Hürden man vor allem als Musiker durchlebt. @jennifferkae ist einer dieser Menschen, die verkörpern, was es bedeutet jede Konfrontation mit sich selbst und dem Beruf voll auszuleben, daran zu wachsen und neues daraus entstehen zu lassen. Eines der wohl bedeutsamsten Themen ist die Zeit. Die Zeit für sich. Auch mal die Leere in sich anzunehmen und zu lieben. Alles von sich zu werfen, was keine Substanz hat oder einem nicht gut tut und sich dabei immer wieder zu sagen, dass man alles wichtige in sich trägt was man braucht.

„Das freiberufliche Dasein macht es mir, wie vielen, schwer mir echte freie Zeit zu nehmen, sie einzuhalten und diese auch wirklich zu geniessen. 
Auch wenn ich die ‚Stille‘ und das ‚aus-den-Rollen-Treten‘ so gern beschreibe und besinge, stell ich fest, wie schwer es mir manchmal immer noch fällt, Dinge abzusagen/liegenzulassen, inaktiv zu sein, mich einfach zu erholen ohne ein tiefverankertes schlechtes Gewissen zu haben.“

☁️ Sich immer wieder mit sich selbst zu beschäftigen, darüber zu schreiben wonach man sich sehnt, sich die nötige Ruhe zu geben und sich dabei als den wertvollsten Menschen im Leben anzunehmen. Die Distanz zwischen den Welten „zu fühlen“ und „zu leben“ zu der kleinstmöglichen zu machen und sich dabei immer wieder bewusst machen wie wichtig es ist nicht allem (und vor allem nicht jedem!) im Leben gerecht werden zu müssen. Wie oft es nur ein Konstrukt in unserem Kopf ist. Ein Konstrukt das wie ein Kartenspiel in sich zusammenfällt sobald man realisiert, dass es nicht das ist, worum es geht.

„Meine letzten Jahren waren eine aufregende, chaotisch-schöne, laute, intensive Reise. Meinen Koffer immer gepackt für den nächsten Absprung bereit, bin ich fast auf jeden vorbeifahrenden Zug aufgesprungen. Das war eine wundervolle Zeit, doch auf Dauer ziemlich anstrengend. 
Mein Album zu schreiben und zu produzieren war das erste Mal seit Jahren, dass ich meine Kräfte und Fokus über längere Zeit bündeln konnte, auch wenn das Tourleben parallel andauerte.
Eben keine wirkliche Stille.
Um meiner Musik mehr Raum zu geben, habe ich dann vor der Veröffentlichung meiner Platte, schwerenherzens die wichtige Entscheidung getroffen, Liveprojekte von anderen Künstlern erstmal hinter mir zu lassen. 
Jetzt nachdem ‚halb 4’ veröffentlicht ist, wir magische Konzertmomente, eine schöne Clubtour und viele, für mich große und kleine Hürden geschafft haben, atme ich tief durch. Ich halte inne und stelle mehr und mehr fest, dass es nicht nur wichtig ist, meiner Musik mehr Raum zugeben, sondern auch mir selbst. Mir selbst.“

☁️Sich diesen Raum in sich zu schaffen in dem nichts ist, keine Einflüsse von außen, nur die eigene Intuition, Liebe und Kreativität. Im Hier und Jetzt zu sein, nicht schon mit den Gedanken beim nächsten Termin, Fragen über die Zukunft zwar anzunehmen, aber einfach „sein zu lassen“ und versuchen sie zu lieben. Seinem Seelenweg zu vertrauen, vertrauen zu haben in alles was kommt ohne zwangsläufig in ständiger Bewegung sein zu müssen.

„Keine Ideen zu haben ist ok. 
Keinen Plan zu haben, ist auch ok. Es ist sogar ok, keine Motivation zu haben.
Es ist in wagen Zeiten so leicht in Unsicherheiten und falsche Überzeugungen zu verfallen.“

„Mein Album ist nicht gechartet - das mag am Ego kratzen, aber ich bin trotzdem eine wertvolle Künstlerin. Und egal wie es gerade läuft oder nicht, ein wertvoller Mensch. 
Das spiegeln mir vorallem meine wundervollen Freunde, mein Partner und Familie wieder, mit denen ich diesen Raum gerade so gern teile, wofür ich unendlich dankbar bin.”

“Es ist manchmal beängstigend, nicht zu wissen wie es weitergeht. Aber es hilft sehr, so wie im Augenblick zu entdecken, was ich will und was nicht und mehr und mehr nach meinen eigenen Werten zu leben und mich so anzunehmen, statt blindem Aktivismus zu verfallen. 
Auch die Pausen zwischen den Klängen, sind Teil der Musik. Die Stille gehört zum Aufbau der Höhepunkte, denn sie schafft Spannung und Neugier wie es weitergeht und baut Fallhöhen. 
Wenn du wie ich, wie lebendige, dynamische Musik sein willst, dann nimm dir die Zeit, die du brauchst. Werde still. Du musst nichts. 
Du bist genau so richtig, wie du bist. Hier und JETZT.“

 

☁️ Vor etwas über einem Jahr habe ich Jenny auf einem Geburtstag kennen gelernt, wo jeder der sich danach fühlte auf einer kleinen Bühne etwas musizieren durfte. Als sie auf die Bühne kam mit den Worten, dass sie nun das erste Mal in ihrem Leben mit Gitarre vor Menschen singen wird war ich bis zum Himmel inspiriert. Ich habe diese Einfachheit und Leidenschaft so gespürt und habe mich nur aus diesem Grund getraut kurz darauf auch eine kleine Band zu gründen mit der ich dann ein halbes Jahr später eine Wohnzimmer-Tour gespielt habe. Etwas zu machen ohne den Hintergedanken, dass es kommerziell sein muss. Festzustellen, was einem gut tut und Freude bringt und alles andere was einen Unruhe bringt gehen zu lassen. In sich hinein zu hören und sich die Zeit zu nehmen, die man braucht. In der Hoffnung irgendwann jeden stillen Moment in einem zu lieben, um immer mehr Platz für neue kreative Gedanken und wertvolle Menschen in seinem Leben schaffen zu können.

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by Amélie Siegmund

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